Der „erste deutsche Ebook-Preis“

Sehr schön.
Das Ebook bekommt endlich einen Preis, verliehen auf der Frankfurter Buchmesse.
Auch schön.

Schaut man sich die Kategorien an, in denen bewertet wurde, stellt man – mit Bedauern – fest, dass die ertragreichste Branche fehlt.

Die Erotik wurde nicht einmal erwähnt. Geschweige denn ausgezeichnet.
Da unser Autorenkind die Mentalität ihrer Kollegen – vor allem der selbst publizierenden Kollegen – kennt, schaut es doch verwundert auf die Platzierungen.
Nicht ein einziges Erotik-EBook.

Seltsam?
Aber so steht es geschrieben.
Und es mag dem Autorenkind nicht einer erzählen, dass da nicht massenweise an Ware eingegangen ist. Dazu sind Autoren erotischer Literatur – oder was sie dafür halten – viel zu omnipotent. Meinen sie zumindest.

Also, woran liegt es?

An den Massen miserabler Pornokunst, die sich nicht zu feist ist sich Erotik zu nennen?
An den unzähligen miserabel produzierter, schnell hingeschmierter Möchte-Gern-Prosa?
An zu viel „Ficken“ und zu wenig Erotik?

Oder hat das Genre der Erotik zu wenig Fürsprecher?

Denn seien wir doch einmal ehrlich zu uns selbst.

Dass, was zu 90% der Fälle als die hohe Kunst des Liebens mit all seinen Facetten verkauft wird, ist schlichter Schund. Nicht mal wert, als Groschenroman verhökert zu werden. Nicht mal in der Lage, die schnelle Befriedigung, die es suggeriert, auch tatsächlich zu bieten.

Wenn die Autoren sich nicht gegen dieses Schubladendenken wehren, wer will es dann tun?
Der Kunde? Der hat genug damit zu tun, dass Zeugs, was ihm da vorgeworfen wird, zu verdauen. Armer Kunde.

Fazit: Der Erotik wird auch weiterhin eine Existenz zwischen dunklen Ecken und schmierigen Laken beschert werden, wenn die Autoren sich nicht erheben.

Traurig, aber wahr.

In diesem Sinne