Es werde Hund

Als unser Anton gehen musste, waren wir so unendlich traurig, dass wir erst einmal keinen zweiten Hund wollten. Der Spruch, dass sie uns nur einen kleinen Teil unseres Lebens begleiten, aber wir ihr ganzes Leben sind, der ist so wahr und spätestens, wenn das Grab im Garten ausgehoben ist, schmerzlich.
Auch wollten wir unserem Fienchen das Gefühl des „Ersthundes“ geben. Bisher war Anton ihr Leithund, jetzt sollte sie fühlen, wie es ist, als Einzelkind ein ganzes Haus und die ganze Liebe und Fürsorge für sich zu haben.
Funktionierte bedingt, denn Fienchen litt wesentlich mehr unter dem Verlust als wir.

Die Entscheidung, einen zweiten Hund ins Haus zu holen, fiel spontan über eine Anzeige in der Tageszeitung. Ein kleiner, vermutlich KLM-Rüde, wurde in der Nähe gefunden und wir nahmen nach einem Tag Bedenkzeit Kontakt auf.
Nun: Die Geschichte mit dem kleinen Schnappes zerschlug sich mit der Aussage „wenn ihn jemand bekommt, dann sie … “

Wir hatten uns psychisch schon auf ein neues „Baby“ eingerichtet. Doch wieder herrschte Trauer. Vermischt mit ein wenig Wut über die Vermittlungsstelle.

Und dann kam das Bild von „Elsa“. Drei Minuten später war die kleine Pointer-Dame aus Spanien für uns reserviert, eine Woche später war der Vertrag mit dem Verein in trockenen Tüchern.

Aber meistens kommt es ja anders, als man denkt.
So schwächelte der englische Setter aus Bad Homburg und wir holten ihn zu uns, damit wir ihn aufpäppeln können. Fienchen und Paule kennen und lieben-ignorieren sich seit Jahren. Alles gut. Jetzt waren es zwei Hunde, einer in Planung.

Am Montag dann der Anruf mit der Frage, ob wir noch eine Pointer-Dame (4) in Pflege nehmen könnten. Das Mädchen müsse dringen aus der Pflegestelle raus, weil sie von einer anderen Dame ständig „eins aufs Maul“ bekäme.“
Kurz überlegt. Schaffen wir das? Kurz genickt, Rückruf. Machen wir.

Jetzt waren es zwei Hunde, zwei in Planung. Zwei davon in Medikamentenversorgung.

Das wäre ja gedanklich auch noch nicht so anstrengend, wäre da nicht noch der Kater, zu dem wir wie die Jungfrau zum Kinde gekommen sind. Also Apollo ist da, bleibt da und wird die Hunderasselbande ordentlich aufmischen.

Jeder Hund hat seine Eigenarten, der Kater sowieso. Wir auch. 4,5 Erwachsene, die sich jetzt in einem Haus mit großem Garten darauf einstellen, über Hunde zu stolpern, den Kater wohl mehr als einmal aus der Küche zu tragen, Hundeaugen, die so traurig auf das Leckerli starren, zu ignorieren, den Kater bezüglich Futter sowieso … und überhaupt.

Die erste harte Probe werden wir in den nächsten Wochen erleben. Vier Hunde, ein Kater, vier-komma-fünf Erwachsene, die zeitversetzt kurzfristig nach Frankreich übersiedeln.

Schleppleinen sind gekauft, Hundefutter (und Katzenfutter) Vorräte sind aufgestockt. Spielzeuge ausgebreitet. Hundebox geputzt. Leberwürste stapeln sich im Kühlschrank.

Das ist der Stand der Dinge und ich bin jetzt schon ganz alle, aber auch total aufgeregt.

Es wird ein Abenteuer.

Packen wir es an.

In diesem Sinne.


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