Frühjahrsputz

Nein. Nicht mit Lappen und Eimer.

Mit Radiergummi und/oder Löschtaste.

Es ist wieder soweit.
Die Jagd nach Adjektiven geht los.

Tötet Eure Texte, killt Adjektive.

Erstaunlicherweise tauchen diese Artikel der Schreibpäpste tatsächlich immer im Frühling, respektive kurz vor der Buchmesse in Leipzig auf.
Natürlich werden die dann ausgiebig diskutiert und Pro sowie Contra schlagen sich verbal die Köpfe ein, um dann doch schlussendlich wieder auf einen gemeinsamen Diskurs zu kommen.
Fein, denkt da der geneigte Autor/Schriftsteller.

Nicht fein.

Adjektive sind gut. Adjektive sind unsere Freunde.

Autoren, die sich mit belletristischen Texten befassen brauchen Adjektive, damit sie Emotionen schüren können.
Wir schreiben keine Fachtexte, keine Bedienungsanleitungen.

Natürlich kann man hingehen und die Ratschläge der großen Meister komplett missverstehen und dieses Missverständnis auch noch als das einzig Wahre deklarieren.

Kann man machen, ist dann halt immer noch Mist.

Das Erste, das ich meinen Kursteilnehmern sage, wenn sie mich nach Überarbeitungsmöglichkeiten ihrer Texte fragen, ist, dass sie behutsam, aber durchaus mit frischem Wind ihre Adjektive verwenden sollen.
Vor allem sollen sie nicht nach kruden Synonymen suchen. Sie sollen ihren Emotionen freien Lauf lassen. Ich denke, dass ist der beste Weg, seine Geschichte an den „Mann“ (respektive Leser/IN) zu bringen. Ehrlichkeit.

In diesem Sinne:
Seien Sie ehrlich.

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