Guter Morgen bei den Kleins

Okay, vielleicht nicht ganz so gut. Ausschlafen wäre mal wieder schön. Eine eigene Bettdecke … auch nicht zu verachten.
Alleine zur Toilette? Purer Luxus.

Also … wir haben ja mittlerweile vier plus eins.
Die Oma schläft unten, nach dem Schlaganfall geht das mit den Treppen nicht mehr so gut.
Der Heini leistet ihr Gesellschaft und mir würde echt was fehlen, wenn ich morgens runterkäme und er würde sich nicht wie ein Irrer freuen mich zu sehen.
Wären da noch Zazu und Elsa. Und natürlich der Kater.
Aranzazu, die, die aus dem Dornenbusch kam, ist ziemlich genügsam. Wenn sie sich ins Bett traut (und sie traut sich häufiger, so denn vor dem Schlafzimmerfenster kein Wind weht, der auch noch unter den Türen heulen könnte), dann legt sie sich hin und liegt. Zweiundzwanzig ausgewachsene Kilo, die sich einfach nicht mehr bewegen. Nicht mehr bewegen lassen. Und wehe man weckt das Luder. Wenn ich noch so tief schlafen könnte, wäre ich glücklich.
Unser Baby ist der Grund, warum ich mir eine eigene Bettdecke wünsche.

Ja und dann ist da ja noch der Kater.
Wir nennen ihn auch zärtlich „Terrorzwerg“. Wenn der die Nacht im Schlafzimmer verbringt (bei geschlossener Tür), dann ist für ihn die Nacht um sechs zu Ende. Basta.
Dann können sich schon mal solche Szenen abspielen:
Frau Klein scheucht ein dringendes Bedürfnis aus dem Bett. Fünf Uhr neunundfünfzig. Um sechs Uhr sechs (kann auch sieben gewesen sein) betritt sie wieder das Schlafzimmer. Und erntet den ersten empörten Blick des Tages. Vom Kater. Der hat sich zwischenzeitlich von der Fensterbank auf den Stuhl an der Tür bequemt und wartet.
So richtig kann er sich noch nicht dazu entschließen, ob er den Raum nun verlassen möchte, oder ob die Aussicht am Fenster nicht doch reizvoll genug ist, den Zweibeinern vielleicht noch eine halbe Stunde Schlaf zu gönnen. Den auffordernden Blick von Frau Klein ignorierend, bleibt er hocken. Gut, dann Tür zu, ab ins Bett.
Baby müht ihr kleines Köpfchen unter der Bettdecke vor, schafft es aber alleine nicht mehr zurück, also muss Frauchen helfen. Kleiner Hund ist zufrieden, mümmelt sich ein und alles ist gut.
Alles?
Mitnichten.
Jetzt hat der Kater verstanden, dass ich die Türe nicht wieder öffne und gedenke ihn die nächsten Stunden zu ignorieren. Es rumst leise, Zazu wird wach und zieht empört eine Augenbraue hoch, bequemt sich hoch, scheucht den Kater hinter die Heizung. Recht hat sie, was macht der auch so einen Terror am frühen Morgen. Karmuffel zieht sich zurück, der Kater linst hinter der Heizung vor und ist mit einem Satz auf dem Bett. Leider hat er Baby-Elsa dabei getroffen, die sich wieder unter der Bettdecke heraus wühlt, und natürlich nicht wieder alleine zurück. Dieses Mal kann Frauchen ihr aber nicht helfen, denn der Kater hat es sich auf ihr bequem gemacht, und maunzt sie jetzt vorwurfsvoll und vor allem laut an.
Also wird die Bettdecke – mit halbem Hund drunter – irgendwie entwurschtelt, Kater verscheucht, irgendwie aufgestanden, Tür geöffnet, damit seine rote Hoheit die Räumlichkeit angemessenen Schrittes verlassen kann.
Gerade will Frau Klein die Türe schließen, da trifft sie der zweite empörte Blick des Tages. Natürlich auch vom Kater. Aber Frau Klein ist noch nicht richtig wach, zumindest geistig noch im Tiefschlaf, und nicht gewillt dem Terrorzwerg zu Willen zu sein.
Ein letztes aufmüpfiges Maunzen und bevor der Vorhang für diese Uhrzeit fällt: Abgang Kater.

Jetzt sind aber die anderen beiden wach und sehen nicht ein, warum der Kater den Raum verlassen durfte, suchen ihn, finden ihn natürlich nicht, auch nicht nachdem sie ordentlich Lärm gemacht haben.
Kissen auf die Ohren des Frauchens ist da nicht wirklich eine Option.

Also: Raus mit denen, nachdem sich die anderen beiden unten so sortiert haben, dass sie das morgendliche Ritual auch ja verstehen.

Und dann fragt Ihr mich, warum ich Frühaufsteher bin?

In diesem Sinne.

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