Mein nächstes Buch E-Literatur vom Feinsten

Nachdem ich heute den wirklich frustrierenden Bericht gelesen haben, wie „Lektoren“ ihre Autoren finden, habe ich erst einmal ein wenig geweint.

Dann habe ich mich dazu entschlossen meinem nächsten Buch folgenden Titel zu geben:
Achtung:
Jetzt geht´s los:

Als meine Kinder Flöhe hatten und der Spätaussiedler von der dritten Nebenstraße in den Keller ging, um die Nazivergangenheit des Syrienflüchtlings zu vergraben.

Geil.
Oder?

In diesem Sinne.

Apokalypse

Manchmal, und das nicht zu selten, bin ich so was von froh, bereits ein halbes Jahrhundert auf den schmerzenden Muskeln und Gelenken zu haben, dass ich fast einen Adrenalinschub erleide, den ich wiederum kaum ertragen kann.
Denn wenn ich nachrechne, meine statistische Lebenserwartung nehme, meinen Lebensstil dazurechne, dann kann ich mich zurücklehnen und denken: Gott sei Dank.
Und nein, ich bin da keineswegs ein gläubiger Mensch.
Aber das muss ich wirklich nicht haben und wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann werde ich das auch nicht.
Heureka.
Wovon ich spreche?
Von der Erderwärmung, die ganze Landstriche in Wüsten verwandelt.
Ja, ich weiß, unsere Generation ist schuld dran, genauso wie die davor. Also wir tragen immense Schuld an der kommenden Hitze, die uns die Poren verschließt und uns die Hirne verbrennt. (Die Auswirkungen, also dass zuviel Sonne schädlich für das Gehirn ist, bekommen wir gerade bei Herrn Assad und seinen Diktatorenkollegen zu spüren.)
Aber auch so im Kleinen, so für mich, bin ich einfach froh, dass ich das nicht erleben werde.
Ich hasse die Hitze. Immer schon.
Als Jugendliche bin ich grundsätzlich bei Temperaturen über 30° in sanfte Ohnmacht gefallen. Was sich für den Moment als Erleichterung anhören mag, aber ich kann nur sagen, dass kalter Schweiß stinkt und wenn man dann wieder wach wird … ne. Nicht schön.
Und jetzt, wo ich mich zum Middle-Age zählen darf, könnte ich jedes Mal kotzen, wenn das Thermometer in diese Richtung marschiert.
Auch wenn es August ist und solche Temperaturen eigentlich zu erwarten sind.
I moag nimma.
I kann nimma.
Und das nach zwei Tagen (ich zähl mal die pervers heißen Tage in der Normandie jetzt nicht mit, die waren noch schlimmer)
Und dann stelle ich mir vor, die Erde ist verbrannt, die Welt besteht aus Wüsten und Meeren, die das Ganze ein wenig mehr aufheizen und die Luftfeuchtigkeit einem die Lust zum atmen nimmt.
Manchmal, und das nicht zu zu selten, bin ich so froh, dass ich das nicht mehr erleben muss.

Ich geh dann mal schwitzen.
In diesem Sinne.

Oh what a night

Ich würde mich gerne dem fröhlich, impertinent aufdringlichem Ruf freudestrahlend anschließen …

Kann aber nur herzhaft stöhnen.
Sommer ist für unsere Pointer-Sisters definitiv nichts. Oder besser: Für ihre menschliche Umgebung nicht.

Aufgrund ihres fehlenden Unterfells,fühlen sich die Mädels wohl ziemlich wohl.
Und ihr Drang, sich des Nächtens an ihre menschlichen Begleiter zu kuscheln sagt viel über ihre Zuneigung zu uns aus, die dahingehend ausartet, dass sie uns warm halten.
Schön.
Im Winter.
Wenn alle Fenster verrammelt und verriegelt sind.
Wenn nicht nur zwei Bettdecken benötigt werden, um das Zähneklappern abzustellen.

Bitte nicht in lauen – was ein Lacher – Sommernächten, in denen die Bettdecke nur dazu da ist, um den Schweiß abzutupfen.
Da kann so ein kleiner Ofen auf vier Beinen einem das Leben schon verdammt schwer machen.
Im zweieinhalb Stundentakt musste ich Elsa von mir wegschieben, weil ich einfach das Gefühl hatte, sie verbrennt mich. Ihre hohe Körpertemperatur mag auch durch ihre Sucht nach Bettdecken begründet sein, die sie sich ständig über den Kopf zieht.
Sie kocht und Zazu tut es ihr gleich. Wobei unser Riesenkarmuffel ja eher am Fußende liegt, was im Winter auch sehr schön ist. Warme Füße in einer kalten Nacht sind definitiv nicht zu unterschätzen.
Aber im Sommer – von wegen lauer Nacht und so – ist das einfach nur Folter, wenn man versucht seine Füße, die irgendwie doch noch unter die Decke geraten sind, hervorzuziehen und das Luder von Riesenbaby sich nur durch Androhung von roher Gewalt dazu ermutigen lässt, wenigstens ein Bein zu heben.
Ich bin müde, verschwitzt und seit sieben Uhr heute Morgen schon relativ missmutig in Anbetracht der Tatsache, dass ich diesen Tag noch überstehen soll und es in den kommenden nicht besser werden wird.

Ach. Lasst uns tanzen.

Oh what a night irgendwann wird´s besser.
Ich glaube dran.
In diesem Sinne.

Der Urlaubskater

Kopf, Hals, starre Knochen und Muskeln, Melancholie und die Frage nach dem Sinn.
Die typischen Symptome des Urlaubskaters. Von keiner medizinischen Fachzeitschrift jemals erwähnt, erlebe ich ihn jedes Mal, wenn ich mich zurück an den Schreibtisch bewege.
Grundsätzlich kann man diese Symptome in die Kategorie „Grippe“ einordnen. Aber eben nur grundsätzlich.
Im Blick auf die Welt hat dieser Kater schon beinahe etwas philosophisches.
Aber eben auch nur beinahe.
In diesem Sinne.

Ähm … ja.

Ich bitte um den Ausbruch von Hysterie.
Bitte. Jetzt.
Und um die Bildung von Meinung gegen diverse Bevölkerungsgruppen.
Ich bitte auch darum, dass letzte bisschen gesunden Menschenverstandes auszuschalten, den man noch in gewissen Gehirnregionen zur Verfügung hatte.
Danke.
I moag nimma.
Aber nicht, weil die Welt von Idioten beherrscht wird und in Angst und Schrecken versetzt wird.
Nö, das wäre zu lahm.
Mir stinken die „Gutmensch-Beiträge“, die das Problem von vornherein negieren und die alles nur noch unerträglicher machen, als es eh schon ist.
Also bitte:
Hirn ausschalten. Jetzt. Danke.
In diesem Sinne.

Unterschwellige Agressivität

Bis jetzt war mein weibliches Dreigestirn ziemlich friedlich. Bis auf ein leises Knurren, ab und an grummeln, hatten wir die perfekte Konstellation.
Und dann kam Mia.
Mia ist mittlerweile Einzelhund, verwöhnt wie ein Arsch voll Hummer und fett wie ein Klops. Wir haben es jetzt geschafft, dass sie bereits zwei Kilo runter hat … da sie immer mal wieder fröhlich durch den Garten hoppelt.

Allerdings ist die Fresserei bei ihr ein leidiges Thema. Von zuhause gewöhnt, dass Fressen quasi in den Hintern geschoben zu bekommen, lässt sie ihre Unzufriedenheit über die Gesamtsituation unterschwellig anklingen.
Zur Erinnerung: Wenn innerhalb von zehn Minuten nicht gefressen wird, weg damit.
Dickmadame jedoch lässt sich gerne mal bitteln und betteln. Etwas, dass ich von vornherein unterbunden habe. Napf hin, entweder sie frisst, oder sie lässt es. Dann freut sich unser Gerippe Zazu über Nachschlag.
Punkt. Aus. Ende im Gelände.

Nun ist es aber so, dass Mia unter meinen Weibern schlechte Laune verbreitet. Klar, wer Hunger hat und übergewichtig ist, bekommt schlechte Laune und ist sich auch nicht zu feist, dies kundzutun. Sie will ständig etwas, fressen ist dabei nur nebensächlich, denn verhungern würde dieser Hund bei seinen Anlagen sicherlich erst nach 14 Tagen.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Die anderen Drei spüren die unterschwellige Verstimmung. Dinge, die wir nie als Problem sahen, weil sie keine waren, werden lautstark und äußerst agressiv ausdiskutiert.
Heute Abend zum Beispiel: Elsa klaut sich das leere Näpfchen vom Kater, dabei fällt der Deckel des Futterschälchens herunter und Fienchen schnappt sich das. Zazu kommt dazu, will das leere Dingen natürlich auch ablecken und knurrt Fienchen an. Die ganz souverän, nimmt sich die Folie und will abdackeln. Zazu lässt ihre Chefin vorbei. In dem Augenblick taucht Mia auf, setzt sich hin und seufzt. Unglaublich, sie seufzt, unsere beiden stellen die Ohren auf und ab die Post. Ich konnte gerade noch Fienchen und Zazu davon abhalten sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.

Nun ist Mia auch nicht mehr die Jüngste und sie weiß, dass unsere Couch nur ein Übergang ist und deshalb prallen alle Erziehungsversuche ungehört an ihr ab. Kontraproduktiv für alle anderen.

Im Moment bin ich so stinkig auf dieses Weib, dass ich sie am liebsten … anbrüllen würde, aber dieser Gizmo sieht einen dann an und flirtet. (Auch kein normales Verhalten, alle anderen sind sich ihrer Schuld bewusst) …

Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Mia uns in den nächsten Tagen verlässt. Denn ganz ehrlich: ich hab nur einen Satz Nerven pro Hund und sie hat den Ihren schon arg strapaziert.

Aber: Es ist nicht nur meine Entscheidung, deshalb …
abwarten.

In diesem Sinne.

Danke? Nicht immer.

Ich bin dankbar. Durchaus. Für die Leser, die entscheiden, meine Geschichten zu lesen.

Ich bin dankbar, wenn ich darüber eine kurze Nachricht in Form einer Besprechung bekomme. Meist.

Denn worüber ich nicht dankbar bin, ist diese wohlgemeinte Herabsetzung, diese kleine, leichte Arroganz, wenn es dann heißt „liest sich flüssig“.

Ähm.
Hallo?
Ich bin Profi. Ich weiß, wie man Texte schreibt.

Flüssig lesen sich die Geschichten von Schülern der achten Klasse, meinetwegen auch noch Leistungskurs Deutsch ein paar Schuljahre drüber.

Alles was darüber ist, ist kein Lob, sondern eine Abwertung des Textes, den die Herrschaften gerade gelesen haben.
Zumal sie nicht nur dem Autor damit eine Watschen verabreichen, sondern gleich ihre eigene Lebenszeit heruntersetzen. Flüssig lesen kann man auch die Betriebsanleitung eines Toasters.
Ich gebe zu, es hängt ein wenig davon ab, wie es um meine Tagesverfassung bestellt ist. Meist kann ich über diesen Lapsus höflich den Kopf schütteln.

Was für eine Woche!

Ich blogge selten über politisches, einfach, weil meine Gedanken zu vielen Dingen einfach viel zu kontrovers sind und ich absolut keine Lust habe, mich im Internet mit irgendwelchen berufenen Vollbimsen über meine Meinung (die man auch 2016 durchaus noch haben darf) streiten will.
Aber das, was in dieser Woche passiert ist, war einfach überwältigend und lässt mich nicht los.
Zumal wir zwar alle Möglichkeiten der Information hier vor Ort haben, aber irgendwie immer alles erst im Nachhinein erfuhren.

Da fuhr also einer in eine Menschenmenge und tötete über 80 Leben. Viele Verletzte. Islamist? Gibt Leute, die das so sehen möchten. Ein Irrer, dem ordentlich ein Furz über sein verkacktes Leben quer ging? Wahrscheinlicher, aber der Islamist ist populärer.
Nachrichten gehen also durch die Welt und erschüttern uns.
„Unsere Franzosen“ hier sind allerdings nicht halb so von den Socken wie wir und der Rest der Welt. Natürlich betrauern sie die Toten, sind entsetzt, aber dass sie hier in Panik geraten, kann man nun nicht wirklich behaupten. Sie sind nicht mal besonders wütend darüber, dass dieser Vorfall am Nationalfeiertag geschah.

Dann die Türkei.
In meiner Jugend war das so, dass wenn das Militär die Macht übernahm, das auch funktionierte. Der Despot kam da hin, wohin er gehörte und manchmal schaffte er es noch vor ein Militärgericht. Die Militärregierung, die auf den Putsch folgte, machte es nicht besser, aber zumindest war das Grundübel weg und das Volk putschte irgendwann gegen die Soldaten. Der Weg zur Demokratie war geebnet und der Rest der Welt konnte aufatmen. Alles würde gut werden.
Die momentanen „Führer“ des türkischen Militärs konnten das anscheinend nicht. Planlos, haltlos und ideenlos ließen sie den Despoten fliehen und müssen jetzt zusehen, dass ihre Köpfe auf den Hälsen bleiben.
Kann man so machen, dann ist es halt Scheiße.
Über Sinn und Zweck eines Putsches kann man in der heutigen Zeit sicherlich trefflich streiten. Aber einen egomanen Sultan möchte wohl niemand vor der Haustür haben.

Tja. So weit so schlecht und aufregend.

Jetzt ist erst mal Wochenende und dann sehen wir weiter.

In diesem Sinne.